DER AUTOMATISIERTE WELTHANDEL

November 2015
Der automatisierte Welthandel
#Automatisierung #Wirtschaft #Digitalisierung #Wandel #Produktivität

Automatisierung steht in vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda – als Zukunftsthema. In einigen Branchen ist sie jedoch längst Alltag. Zum Beispiel in den Container-Terminals. Wir haben in Hamburg-Altenwerder einen der Modernsten der Welt besucht.

Von oben sieht der Betrieb hier im Container-Terminal Altenwerder fast aus wie eine Computersimulation: Wie sich scheinbar von Geisterhand Container und Kräne bewegen, sich riesige Schiffe leeren und wieder füllen. Dazwischen fahren Dutzende Transportfahrzeuge, automatisch und ohne Fahrer, und bringen die Container vom Kai zu ihrem Bestimmungsort im Terminal.

Globalisierung rund um die Uhr

Die Besonderheit am Container-Terminal Altenwerder ist: Fast alle Arbeitsschritte beim Güterumschlag sind automatisiert. Insgesamt 84 automatische Transportfahrzeuge (AGVs) des Herstellers „Terex Port Solutions“ fahren die Container in das Lager, mehrere computergesteuerte Kräne stapeln die Container so, dass sie optimal weitertransportiert werden können.

Eines der Erfolgsrezepte der Anlage besteht neben der ausgefeilten Computer- und Software-Steuerung auch in den fast 20.000 Transpondern, die auf den Flächen installiert sind, die die AGVs nutzen. Sie sorgen dafür, dass die automatischen Transporte immer den richtigen Weg nehmen und jederzeit zu orten sind. Die meisten AGVs betreibt die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) bisher mit dieselelektrischem Antrieb, seit einiger Zeit fahren allerdings auch rein elektrische Fahrzeuge mit Batterien im Probebetrieb. Das Terminal nutzt ausschließlich Ökostrom, die batteriebetriebenen AGVs sind also besonders nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich.

Inzwischen setzen auch andere große Häfen auf einen so hohen Automatisierungsgrad und orientieren sich dabei an Altenwerder. „Der Container als standardisierte Kiste bietet sich dafür geradezu an“, so John weiter. Auch die Zusammenarbeit mit dem Zoll, mit der Deutschen Bahn und mit anderen Bahnunternehmen läuft bereits seit der Eröffnung des Terminals im Jahr 2002 komplett digital. Anders wären die vielen Daten und Dokumente nicht zu beherrschen.